NORMAL EBEN
“Ich will so gerne normal sein.”
Stille.
“Normal?”
Ich nicke.
“Ich will so sein wie alle anderen.”
“Ich glaube, dass dein Körper längst verstanden hat, dass es diesen Zustand des “normal-seins” kaum gibt - nur dein Kopf hat das noch nicht verstanden. Ich denke auch, dass du deswegen Panikattacken bekommst.”
Ihre Worte klingen sanft, doch ziehen bis in meine Brust.
“Aber ich will nicht mehr “die mit Panik” sein.. oder die, die einfach anders, so “komisch” ist.”
“Das bist du doch auch gar nicht. Wer sagt das? Wieso glaubst du sowas?
Du fühlst und denkst eben viel.. manchmal auch zu viel. Aber dein Kopf ist so viel schlauer als du denkst.”
Ich merke, dass mein Körper immer ruhiger wird.
Sie atmet mit mir - sie, die Person, die neben mir auf dem Boden sitzt.
Ich hatte schon wieder eine Panikattacke.
Eine, von der ich dachte zu sterben.
“Lange ein, noch länger aus, wir atmen erstmal zusammen, ja?”
So langsam dringt Sauerstoff wieder in mein Gehirn.
In all meine Synapsen.
Ihre Hand liegt auf meiner und ich glaube, ich will hier immer bleiben.
Hier.
Neben.
Ihr.
Denn hier fühle ich mich ein wenig weniger wie jemand, der nicht dazugehört.