TENERIFFA

Ich hatte Angst davor, die zu sein, die dich hier überall sucht und nicht finden wird.

Ich hatte Angst, am Ende meiner Reise hierher bloß der Spürhund gewesen zu sein, 

Der, der seine fährte nach dir absucht.

Ich weiß noch, wie du riechst.

Ich weiß noch, wie sich deine Umarmung anfühlt.

Doch ich weiß auch, dass es besser ist,wenn wir uns nicht begegnen.

Noch.

Ich hatte die Wahl.

Ich hätte vor deiner Tür stehen können.

Ich hätte auftauchen können,

klingeln können.

Doch in Wahrheit hatte ich Angst vor dieser Version von mir.

Von der, die ich allerdings schon lange nicht mehr bin.

Und auch Angst vor dir, ein wenig.

Ich habe manchmal gehofft, dir hier doch noch zu begegnen, aber ich hab aufgehört zu suchen.

Ich habe von unserer Begegnung hier geträumt,

doch ich habe nichts in die Realität umgesetzt,

was nicht in die Realität umgesetzt werden wollte.

Weißt du?

Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde,

dass es keinen schwachen Moment gab,

denn den gab es.


Mehrere:

Es gab einen Moment, an dem hätte ich dir fast geschrieben.

Geschrieben, dass ich in deiner Nähe bin und gefragt,  ob wir uns, du und ich, nicht vielleicht, auf neutralem Boden, treffen könnten.

Es gab einen Moment, da hätte ich dich fast angerufen.

Angerufen, um einfach nur noch ein letztes Mal deine Stimme zu hören.


Doch jetzt, so im Nachhinein, ist mit einer der besten Dinge in meinem Leben der Fakt, dass ich versuchen möchte, dich loszulassen.

Keine Nachricht mehr.

Kein Anruf mehr.

Und das, obwohl ich im selben Atemzug  nunmal weiß, dass es auch das schmerzhafteste ist, das ich jemals tun musste.

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