WASSER
Ich trage es noch immer mit mir.
Es ist so, als wäre
er noch immer auf meinen Schultern.
Ich merke noch immer,
wie er sich versucht,
an mir festzuhalten.
Spüre, wie sehr er mir vertraut.
Und höre, wie er lacht
und weint
und schreit,
sobald er mit seinem Kopf an Sauerstoff gelang.
Wasser.
Ich trage nicht nur mich
und meinen kleinen jugendlichen Körper,
sondern auch den Kinderkörper
von meinem kleinen Bruder.
Auftauchen.
Nach Luft schnappen.
Untergehen.
Wir zwei tauchen immer wieder
gemeinsam auf und wieder unter.
Ich kann uns beide
nicht retten.
Ich bin zu schwach.
Ich kann nicht mehr.
Ich habe keine Kraft mehr.
Ich schaffe es nicht.