DER KRIEG
Es ist jedes Mal das gleiche:
Wenn ich merke,
dass die Tränen,
die sich in meinem Körper stauen,
überhand gewinnen - und nun nach draußen wollen,
bekomme ich Panik.
Jedes Mal,
wenn ich höre,
wie jemand sein Gewicht nennt,
werde ich hellhörig:
“Was? Wie viel?”
Sofort wird gescannt
und darüber nachgedacht,
wie viel ich wiegen könnte.
Jedes Mal,
wenn ich denke,
ich wäre die,
die dieses Leben führt,
kommt etwas,
um mich zu kontrollieren.
M I C H
U N D
M E I N
L E B E N.
Krieg.
Krieg.
K R I E G.
Es herrscht Krieg.
Krieg in meinem Kopf.
Krieg gegen Alkohol.
Krieg gegen Ungerechtigkeit.
Krieg gegen mich selbst.
Und ich?
Ich bin noch immer unfähig.
Unfähig mich dagegen zu wehren.
Ich kann es nicht mal stehen lassen und drüber schreiten.
Nein.
Ich bin die, die den Krieg weiterführt.
Mit Waffen in der Hand,
die mir ohnehin schon zeigen,
dass ich machtlos bin.
Ich werde verlieren.
Immer.
Dennoch schreite ich an.
An zu dem Krieg,
dem Kampf,
den ich mir nicht ausgesucht habe.
Immer
und immer
wieder.