ZU DRITT

Wir stehen hier zu dritt.

..doch ich fühle mich einsamer denn je.


Ich stehe hier und gebe mein Bestes nicht zusammenzubrechen.

Nicht zusammenzuziehen, sobald ich merke, wie du mir immer näher kommst.


Es wird erwartet, dass ich nett bin.

Erwartet, dass ich stehen bleibe.

Also tue ich es.


Du spielst es runter.

Ich spiele Rollen.

..also alles wie immer.


Es ist mir nicht egal, aber ich lasse es sein.

Ich bleibe stehen und lasse es über mich ergehen.

..also alles wie immer.

Ich bin nun nicht mehr ich.

Denn wäre ich ICH, die Version, die ich gerne wäre in Situationen wie dieser, dann würden wir so nicht stehen.

Dann wäre ICH schon längst nicht mehr hier.

Dann wärst DU schon längst nicht mehr hier.


Ich lächele, doch merke, wie der Druck in mir steigt.

Lange halte ich nicht mehr durch.


Ich merke, wie deine Hand den Weg  zu meinem Hintern gefunden hat.

Sie liegt auf ihm.

Deine Hand

auf mir.

So, als würde ich dir gehören.

Und vielleicht ist das auch so.

Ich weiß nicht, wem ich gehöre, denn mir..

noch nie.


Ich lächele doch spüre, wie mein Herz immer kräftiger schlägt.

Ich lächele nach außen hin, doch wünschte, dir entkommen zu können.


Zu dritt.

Wir sind zu dritt.


Es schießt es durch meinen Kopf.


Zurück zur Realität.

Zurück zu mir.

Zurück.


Alles wird gut.

Alles wird schon irgendwie wieder gut.


Doch..

Nichts wird gut.


Zu dritt.

Wir sind zu dritt.


Das hilft mir aber nicht.

Nicht heute.

Nicht morgen.

Nie.


Ich werde für immer alleingelassen.

Alleingelassen in Situationen wie dieser.


Denn ich muss.

..Ich muss es durchstehen und so tun als sei alles, was hier gerade geschieht, vollkommen normal, damit ich dich nicht verletze.

Damit du nicht böse auf mich wirst.

Damit niemand enttäuscht wird von mir.

Damit die dritte Person jeder Schuld und Verantwortung entkommen kann.

..denn ich bin schuld.

..denn ich könnte es ja “gewollt haben”.

..denn niemand konnte mir ja ansehen, wie weh mir mein Kiefer tat oder wie sehr meine Beine zitterten, sobald ich alleine dieses eine Parfüm roch.

Zu dritt.

Wir sind zu dritt.

Doch eigentlich auch nicht.

Weil eigentlich bin ich, als du die Türe reinkamst, verschwunden.

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