NUR EIN TRAUM?

Ich wache auf und fange an zu weinen und zu zittern.


Und dann irgendwann kommt die Erkenntnis:


E S.

W A R.

N U R.

E I N.

T R A U M.

Mehr nicht.


Mein Körper ist voller Schweiß,

mein Bett und meine Klamotten

klatschnass.


Ich weiß noch ganz genau, wie er schmeckt.

Er.

Mein Erlöser.


Mein Herz schlägt

und mein Kopf

realisiert,

wo er sitzt.


Der Schmerz.

Ich weiß es endlich.

Ich sitze auf meinem Bett.


Eben war etwas in meiner Hand, das ich so dolle vermisst habe.

Allerdings war ich nicht alleine mit ihm, in meinem Traum.

Und genau das ist das, was ihn von der Realität unterscheiden lässt:

Ich bin, wenn ich von ihm träume nie mit ihm alleine.


Immer ist jemand drittes da.


Jemand, der mir ausschenkt.

Jemand, der mir das Gefühl gibt, dass ich dürfte.

Und das, obwohl jeder von uns weiß,

dass ich eigentlich vorhatte,

abstinent und nüchtern zu leben.

Auch dieser jemand weiß es.

Doch es ist jedem egal.

Auch mir.


Und nun sitze ich hier und denke darüber nach, was mir dieser Traum sagen will.


Will ich insgeheim wieder trinken?

Will ich nachgeben?

War es wirklich nur ein Traum?


In meinem Traum nehme ich das Glas,

was mir angeboten wird immer an.

Nicht aus Zwang.

Nicht aus Angst.

Und auch nicht, weil ich nicht “Nein” sagen möchte,

sondern, weil ich es in meinem Traum wirklich wollte.


Der erste Schluck den ich nehme, fühlt sich auch immer toll an.

Ich weiß, dass ich mich jedes Mal danach so sinnlich fühle.


Es fühlt sich warm, geborgen und so vertraut an.


Doch der Moment danach ist ebenfalls immer der gleiche:


Schuldgefühle

und Scham.


Ich verstecke mich.

Ich werde ganz klein.

Ich fange an mich zu verhalten wie ein kleines Kind.

Der Alkohol hat die Überhand gewonnen.

Über mich.

Jedes Mal


“Ich habe es wieder nicht geschafft.

Was denken denn die anderen?

.. Aber.. Aber meine drei Jahre?”


Sie,

die Gedanken,

Hämmern ein.


Immer dann,

wenn es bereits zu spät ist.

Immer dann,

als ich bereits getrunken habe.


Immer dann,

wenn ich bereits versagt habe.


Vorher nicht.

Keine Scham.

Keine Schuldgefühle.


Nicht in

meinem

Traum.


Diese Art von Träumen machen etwas in und mit mir.

Und sie werden nicht weniger, je mehr Zeit vergeht.


Sie kommen und gehen.

Genauso wie der Schmerz, der mir beweisen will, dass auch er immer noch da ist.

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