ENTZUG ODER RÜCKFALL?

Mir ist kalt und gleichzeitig warm.

Ich spüre ein kribbeln,

das sich durch meinen 

gesamten Körper zieht.


Ich brauche Schokolade.

Sonst explodiere ich.


Ich weiß nicht,  wie ich dieses Gefühl regulieren kann.

..Ich muss meine Haare färben.

Oder mein Zimmer umstellen..


Hauptsache irgendetwas tun,

damit ich beschäftigt bin.

Damit ich nichts mehr fühlen muss.


Ich weiß nicht, wer ich ohne Betäubung bin.

Weiß nicht, wie man mit Stress umgeht.


Mein Körper sucht etwas.

Irgendetwas, was halt geben kann.

Mich halten kann.


Ich fühle mich allein.

Ganz allein.


Ich weiß:

“Jetzt vor drei Jahren hätte

 ich zur Flasche gegriffen.”


Und obwohl ich dieses Bewusstsein habe,

habe ich an einer Flasche Rose gerochen.


Die Flasche stand im Kühlschrank.

Sie war schon offen, ich musste nicht viel tun.

Mein griff ging wie automatisch..


Deckel aufschrauben,

Nase ranhalten

und einen tiefen Atemzug nehmen.


Ich bin in meinem dritten Jahr ohne Alkohol.

Doch es ist für mein Nervensystem immer 

wieder auf’s neue eine Herausforderung, 

aus solchen Situationen wieder herauszufinden.


“ahhhhh.”

Der Duft zieht durch meinen gesamten Körper.

Ohne, dass ich bislang einen Schluck genommen habe,

weiß ich, wie er schmeckt.

Der Alkohol.

Ich spüre ihn.


Und ich fühle mich plötzlich richtig wackelig auf den Beinen.

“Was wäre wenn?”

Mein alter Freund ist wieder da.

Er klopft an.

Immer doller.

Immer aufdringlicher.


“Lass mich rein”

und ich..


Ich bin alleine mit ihm.

Außer uns beiden ist keiner da.


Ich habe Angst davor, dass es nie aufhören wird.

Ich will weg von hier, doch ich kann nicht.

Ich bin unfähig mich zu bewegen und stehe wie angewurzelt da.


Mein inneres schreit richtig nach Alkohol.

Mein System versteht das und mein Gehirn weiß:

“Wenn ich jetzt trinken werde, kann ich mit Sicherheit nicht wieder aufhören.

Mein System würde direkt dort anknüpfen, wo wir aufgehört haben..

..Mein Tanzpartner der Alkohol,

und ich.”


Ich bin zwar auf gerade auf Entzug, dachte, ich könnte es filtern, doch mein Verstand hat wohl nie wirklich aufgehört, es zu verlangen.

Das weiß ich jetzt.


Er will es.

Der Alkohol will mich und ich bin unfähig, etwas zu tun.

..Denn plötzlich will ich ihn auch.


Ich weiß, weshalb dieses Verlangen da ist.

Ich habe es allerdings falsch eingeschätzt.



Alles tut mir weh, von oben bis unten.

Doch mein Körper weiß, was ihm helfen kann.

Es liegt in unserer Hand,

wortwörtlich.


Und ich spüre überall:

“Du wirst es tun.”

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FÜR IMMER

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DIE FRAGE MEINES LEBENS